Was bleibt, wenn der Bildschirm aus ist? Neue Studie von Sarah Eberhard-Bölz analysiert die emotionalen und kognitiven Auswirkungen intensiver Serienrezeption. [10.02.26]
In der Fachzeitschrift Acta Psychologica ist der Artikel "The affective, cognitive, and behavioral echo of cumulative series reception aka binge-watching: A qualitative study" von Sarah Eberhard-Bölz erschienen.
Bei der Analyse der kumulierten Seriennutzung, oft als Binge-Watching bezeichnet lag der Schwerpunkt in der Literatur bisher stark auf potenziell schädlichen Folgen wie Schlaflosigkeit, Angstzuständen, depressiven Symptomen und insbesondere Suchtverhalten. Bisher haben jedoch nur wenige Studien die potenziell nicht schädlichen oder sogar vorteilhaften Konsequenzen von Binge-Watching untersucht. Im Rahmen dieser Studie wurden 24 semi-strukturierte, tagebuchgestützte Interviews mit jungen Erwachsenen geführt, die ein breites Spektrum an Gedanken, Affekten und Verhaltensweisen aufzeigten, welche über die eigentliche Rezeption hinausgehen. Die qualitative Inhaltsanalyse ergab langfristige Effekte wie den Transfer von positiven und negativen Stimmungen, verzögerten Schlaf, Gefühle der Inspiration oder Motivation sowie den Drang, über die Serie zu recherchieren oder zu kommunizieren. Ein zentrales Ergebnis war, dass Binge-Watching auch affektive Zustände wie gesteigerte Erregung oder Trauer auslöste, die bis zu mehreren Stunden oder Tagen anhalten konnten. Die potenzielle Beständigkeit der beschriebenen Medienwirkungen unterstreicht, wie wichtig es ist, den Zeitfaktor in der künftigen Forschung zu berücksichtigen. Hier geht es zum Artikel.

